"DiE VON MONTPARNASSE" (Lied aus "Ludions", Text: Léon Paul Fargue, 1923)
"Ich gehöre zu denen, die Montmartre Montparnasse vorziehen. (...) Montmartre hat für mich mehr Menschliches, mehr Poesie, mehr Format, und, wie andere sagen, man wehrt sich hier noch, was bedeu-tet, dass man sich hier noch heimisch fühlt.
Ganz anders ist die Atmosphäre von Montparnasse, einem winzigen, wimmelnden Quartier ohne Geschichte und ohne Legende (...)

es gibt zwei Montparnasse, dasjenige, das sich ohne Mäßigkeit, ohne Zurückhaltung ausliefert, das der Straße. Das der Kreuzung Montparnasse-Raspail, wo sich alle Überreste - und manchmal die Elite - des 'intellektuellen und künstlerischen" Europa ausbreitet. So ein heimlicher Dichter, so ein Maler, der in Bukarest oder in Sevilla Erfolg haben will, muss notwendigerweise, beib der heutigen Lage des alten Kontinents, ein wenig Militärdienst in der Rotonde oder der Coupole abgeleistet haben, an zwei Akademien desTrottoirs, wo das Bohèmeleben, die Verachtung des Bürgers, der Humor und die Saufographie gelehrt werden. Die Krise hat Mont-parnasse einen ziemlich ernsthaften Schlag versetzt. Aber wir empfanden hier ein Wogen, das der Sintflut ähnelte, dem Grand Siècle und dem Weltuntergang."

(L.P.Fargue, Der Wanderer durch Paris, 1939)